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Rubrique : Echos de la Gauche Communiste

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  • Appel au milieu pro-révolutionnaire (Perspective Internationaliste) & notre réponse (Controverses) (fr)
  • Appeal to the Pro-Revolutionary Milieu (Internationalist Perspective) and our Reply (en)
  • Oproep aan het pro-revolutionaire milieu (Internationalist Perspective) en ons antwoord (nl)
  • Llamamiento al medio revolucionario (Perspective Internationaliste) & nuestra respuesta (es)
  • Aufruf an das pro-revolutionäre Milieu (von Internationalist Perspective)

    (Von : Internationalist Perspective/ Perspective Internationaliste, 02. März 2009)

    Wenn wir uns die Welt heute anschauen, sehen wir einen dringenden Bedarf an Revo­lution, der in Kontrast steht zu einen tiefen Schwäche der Pro-revolu­tionäre. Einige ihrer Divergenzen sind wichtig. Und doch, Pro-revolutionäre haben auch einiges Wesentliches gemeinsam, internationalistische, revolutionäre Stand­punkte die sie von jenen unterscheiden, deren pseudo-revolutionäre Sprache letztend­lich nichts Anderes ist als ein Vorwand für das Fortbestehens der Warenform. Wir ge­brauchen den Ausdruck „pro-revolutionär“ mit Absicht, weil nur die Geschichte darü­ber urteilen werden kann ob das was wir machen, diskutieren, schreiben, veröffentli­chen, intervenieren usw. ... eine revolutionäre Auswirkung hat oder nicht. Sicherlich wollen wir das. Handeln wir aber damit in Einklang ?

    1. Die heutige Krise ist nicht nur ein konjunktureller Abschwung, nicht nur das Ergeb­nis von unbegrenzter Habsucht. Es ist keine Krise des Neo-Liberalismus sondern eine Krise des Kapitalismus. Sie zeigt auf das der Kapitalismus historisch überholt ist, das es dringend notwendig ist ihn im Herzen zu töten, und an dessen Stelle eine Welt zu schaffen in der die Befriedigung von menschlichen Bedürfnissen, nicht der Profit, die treibende Kraft ist ; eine Welt die nicht länger durch das Wertgesetz regiert wird, die nicht länger gespalten ist in Nationen, Rassen und Religionen, in welcher die kol­lektive Selbstemanzipation der Ausgebeuteten, zum ersten Male, die individuelle Freiheit verwirklichen wird.

    2. Die Folgen dieser Krise sind verheerend werden immer verheerender werden. In sei­nem verzweifelten Bestreben Kosten ein zu sparen um ihre Profitrate wiederherzustel­len, verordnet die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Massenarbeitslosigkeit, Lohn­senkungen und Kürzungen des Sozialeinkommens, und Hunger, Krankheit und Obdachlo­sigkeit allen Enterbten. Aus den selben Gründen setzt es ihre Angriffe auf die natürli­che Umwelt fort. Die Krise öffnet das Tor zum Krieg immer weiter. Wenn die klassischen Methoden um Profit zu erlangen blockiert sind, wird die Anwendung von Gewalt im­mer attraktiver und erzielt der Bedarf des Akkumulationsprozesses an Entwertungen immer größere Vernichtung.

    3. Die einzige Kraft die fähig ist um den Kapitalismus daran zu hindern die Menschheit in den Abgrund zu ziehen, ist die internationale Revolution der Arbeiter­klasse. Die einzige Weise worin diese erfolgreich sein kann ist durch die Entwicklung der kollektiven Selbstorganisierung der kämpfenden Arbeiterklasse ; indem sie alle Spaltungen durchbricht die der Kapitalismus ihr auferlegt. Aus dieser Selbstorganisie­rung des Kampfes wird die Selbstorganisierung der Nachkapitalistischen Welt entste­hen.

    4. Die Krise führt unvermeidbar zu sozialen Aufwallungen. In jeder sind wider­sprüchliche Kräfte am Werk. In jedem Kampf wird es Stimmen geben die dafür plädie­ren um nachzugeben, um den Kampf zu beenden. Es wird jene geben welche die Besonder­heit jedes Kampfes betonen, um ihn zu isolieren. Es wird jene geben die versuchen die Wut vom Kapitalismus auf Arbeiter anderer Länder, auf Immigranten oder andere Sün­denböcke abzulenken. Aber in jedem Kampf wird auch der Ansporn spürbar werden um vorwärts zu drängen, um die Bewegung so weit zu führen wie sie gehen kann ; es wird Stimmen geben für die Ausweitung des Kampfes, für die Einheit der Ausgebeute­ten, für kollektive Selbstorganisation, gegen den Respekt vor den kapitalistischen Ge­setzen und Institutionen. Und immer mehr wird es Stimmen geben die klar sagen wer­den dass der wirkliche Feind der Kapitalismus selbst ist.

    5. Das Ergebnis der Konfrontation dieser widersprüchlichen Kräfte steht nicht von Vornherein fest. Pro-revolutionäre erkennen das sie Teil der Gleichung sind. Die sozia­le Kraft die auf den Umsturz des Kapitalismus hinarbeitet nimmt viele Formen an, und sie stellen eine dieser Formen dar. Also beteiligen sie sich an den Kämpfen der Ausge­beuteten wo immer sie können an der Seite jener die auf die Ausweitung der Kämpfe drängen.

    6. Ihre theoretische Klarheit kann ein wichtiger Katalysator der Entwicklung des Ver­ständnisses in der ganzen Arbeiterklasse und darüber hinaus sein von dessen was auf dem Spiel steht. Um seine Rolle zu erfüllen muss das pro-revolutionäre Milieu seine Fragmentierung übersteigen indem es zusammentrifft um mit klarer und lauter Stimme revolutionäre Basisstandpunkte zu verteidigen.

    7. Es ist an der Zeit dass das pro-revolutionäre Milieu offen anerkennt dass die Be­schleunigung der Krise des Kapitals, in ihrer Tiefe wie in ihrer Ausdehnung, den Ein­satz bedeutend erhöht hat. Es hat die Differenzen und Meinungsunterschiede ab zu wiegen gegen seine Verpflichtungen in dieser Stunde der Dringlichkeit. Sicherlich sind die Gruppen und Zirkel im Milieu tief verteilt, doch wenn jeder eine Aspiration hat um revolutionäre Positionen zu verteidigen, dann ist das die Grundlage für uns um sie nach vorne zusammenzuführen. Unseren Weg durch die Herausforderungen zu fin­den erfordert dass wir unsere Ideen so öffentlich und oft wie möglich in gemeinsamen Diskussionen, gemeinsamen Treffen, gemeinsame Stellungnahmen und Interventionen verbreiten. Wenn nicht das pro-revolutionäre Milieu die revolutionäre Perspektive in den Vordergrund stellt, wer dann ? Wer wird innerhalb der Arbeiterklasse öffentlich die historische Bedeutung ihrer Kämpfe diskutieren, angesichts dieser Krise und die Fol­gen wenn die herrschende Klasse ihre Optionen durchsetzte ?

    8. Theoretische Meinungsunterschiede sind nicht das Hindernis zur Zusammenarbeit, sie sind ein normaler Teil des revolutionären Lebens des Proletariats ; das Hindernis ist das Sektierertum. Das Milieu steht vor einer entscheidenden Wahl. Mit dem Vor­hergehenden überein zu stimmen wäre nur ein erster Schritt ; wir müssen das auch wirk­lich machen. Und wir haben nicht alle Zeit der Welt um darüber nachzudenken. Der Kapi­talismus wird nicht von Alleine sterben. Wir sind entschlossen um unseren Teil beizu­tragen.

    Internationalist Perspective / Perspective Internationaliste,
    2. März 2009.

    Unsere Antwort auf den Aufruf

    Wir begrüßen und unterstützen den Aufruf der Internationalist Perspective (IP) an die Gruppen und Zirkel des revolutionären Milieus. Wir teilen seine wesentlichen Feststellungen wie auch seine Konsequenzen :

    Die dramatische Situation der Krise erhöht auf schreckliche Weise die Einsätze dessen was in der heutigen Situation auf dem Spiel steht. Das Proletariat ist mit Sicherheit die einzige soziale Kraft die in der Lage ist um eine Antwort zu geben auf die Krise eines überholten Systems. Wie nie zuvor erfordert der verallgemeinerte Charakter der Krise des kapitalistischen Systems klare Antworten über die Wege und Mittel welche die Re­volutionäre dem Weltproletariat vorschlagen müssen in den unvermeidlichen Klassen­zusammenstößen die es zu führen hat um die Menschheit vor der vernichtenden Zu­kunft zu bewahren welche die Bourgeoisie für sie bereit hält.

    Der Internationalismus wird der Knotenpunkt der Wiedererkennung und Sammlung sein der meist bewussten Elemente unter den Avantgarden des Proletariats. Leider sind diese nicht nur zerstreut und von tiefen Divergenzen zerklüftet, sondern sind sie auch von den Wunden schmerzlicher Konflikte gekennzeichnet. Darum unterstützen wir alle Anstrengungen um diese Erbschaft der Vergangen­heit zu überwinden.

    Weiter meinen wir daß es, über die Notwendigkeiten und Ziele die der Aufruf der IP unterstreicht hinaus, und unter voller Anerkennung des unterschiedlichen Kontextes der historischen Periode, auch darum gehen wird an den Geist und den Orientierungen anzuknüpfen die Bilan bewegten, als sie 1933 in der Einleitung ihres ersten theoretischen Bulletins darlegte : „Mit der Herausgabe des gegenwärtigen Bulletins meint die Fraktion nicht endgültige Lösungen vorlegen zu können für die schrecklichen Probleme die sich dem Proletariat aller Länder stellen, […] sie beabsichtigt nicht sich auf ihre politische Vorgeschichte zu berufen um Zustimmung zu erlangen für die Lösungen die sie für die heutige Situation vorschlägt. Ganz im Gegenteil lädt sie die Revolutionäre dazu ein um die Standpunkte die sie heute verteidigt, genauso wie die Standpunkte ihrer politischen Grundsatzdokumente, der Prüfung an den Ereignis­sen zu unterwerfen. […] Oktober 1917 war möglich weil es in Russland eine Partei gab die, von langer Hand vorbereitet, im Laufe einer ununterbrochenen Reihe von politi­schen Kämpfen, alle Fragen die sich dem Russischen und dem Weltproletariat nach der Niederlage von 1905 stellten, untersucht hatte. Aus dieser Niederlage kamen die Ka­der hervor die fähig waren die Kämpfe von 1917 an zu führen. Diese Kader haben sich im Feuer einer intensiven Kritik gebildet, die darauf abzielte die Begriffe des Marxismus in allen Bereichen der Erkenntnis wiederherzustellen, der Ökonomie, der Taktik, der Organisation : kein Dogma hat die Arbeit der Bolschewisten aufgehal­ten, und gerade deshalb war ihre Mission erfolgreich. […] Diejenigen die dieser un­verzichtbaren Arbeit der historischen Analyse das Klischee der unmittelbaren Mobili­sierung der Arbeiter entgegenstellen, stiften nur Verwirrung, verhindern nur die wirkliche Wiederaufnahme der proletarischen Kämpfe. […] Und diese Erkenntnis kann kein einziges Verbot und noch weniger irgendeinen Ausschluss vertragen. […] Unsere Fraktion hätte es vorgezogen daß eine solche Arbeit von einem internationa­len Organismus unternommen würde, überzeugt wie sie ist von der Notwendigkeit der politischen Konfrontation zwischen jenen Gruppen die Fähig sind um die proletari­sche Klasse mehrerer Länder zu vertreten. Auch wären wir sehr glücklich dieses Bulletin einer internationalen Initiative übergeben zu können, die die Anwendung ernst­hafter Arbeitsmethoden und die Sorge garantiert eine gesunde politische Polemik zu bestimmen.“

    Wir meinen also daß die Wiederaufnahme von Kontakten im revolutionären Milieu sich gleichfalls mit den Aufgaben beschäftigen werden muß : „die Begriffe des Mar­xismus in allen Bereichen der Erkenntnis wiederherzustellen“, und das ohne „Dog­ma“, ohne „ein einziges Verbot und noch weniger irgendeinen Ausschluss“, ohne „dieser unverzichtbaren Arbeit der historischen Analyse das Klischee der unmittelbaren Mobilisierung der Arbeiter entgegen (zu) stellen“, und in der „Sorge eine gesunde po­litische Polemik zu bestimmen.“ Denn nur auf der Basis einer solchen Bilanz können, nach dem Ebenbild der Bolschewisten, nach und nach die Grundlagen herausgearbeitet werden für das Gelingen eines neuen Oktober 1917.

    Welche auch immer die Wahl derjenigen ist, die diesen Aufruf positiv beantworten wer­den, wir engagieren uns schon heute um alle Initiativen zu unterstützen, wie beschei­den auch immer, die in die angegebene Richtung gehen. Was uns betrifft, wir haben uns schon aktiv in diesem Sinne engagiert : (a) durch positive Beteiligung an der Debatte über ‘Die Krise’ die im März 2009 von IP in Brüssel organisiert wurde ; (b) durch ihren Aufruf befürwortend zu beantworten ; (c) indem wir uns nach dem Maximum unserer Mittel daran beteiligen ; und (d) indem wir in Kürze andere konkrete Initiativen in dieser Richtung vorschlagen werden.

    Wir wünschen der Initiative von IP den vollen Erfolg, und wir sind sicher daß sie in den nächsten Wochen eine immer breitere Unterstützung finden wird, denn wir erhalten zunehmend Echos der Absicht positiv zu Antworten von anderen Gruppen und Elementen mit denen wir in Kontakt stehen.

    Mit unseren besten revolutionären Grüßen,

    Forum für die internationalistische Kommunistische Linke,

    29. März 2009.

    Übersetzt aus dem Englischen und Französischen von Fernando, 23. Mai 2009.